Dienstag, 7. Februar 2017

So kann das ja auch einfach nicht gut gehen.

Was erwartest du von diesem heutigen Tag? Was von der aktuellen Woche? Dem Monat? Dem Jahr? Deinem Leben?
Was erwartest du in deinem Beruf?
Was erwartest du von deinen Freunden? Was von deinem Partner/deiner Partnerin?
Was von deinem Pferd?
Und was davon behindert dich?

Ja, ganz richtig gelesen - ich bin überzeugt davon, dass Erwartungen uns nicht nur einen Plan für unser Leben und damit auch unser Handeln generieren können, sondern uns auch ganz schön behindern.

Gespannte Erwartung wird selten befriedigt.
(Johann Wolfgang von Goethe) 

Man nehme ein Tivotier, das im Hier und Jetzt lebt, die Ideen seines Frauchens gerade meistens nicht so toll findet und überall Auswüchse des gemeinen Windmonsters sieht. Dazu packe man eine Anja, die ein braves, unerschrockenes Pferd erwartet und ja schon eigentlich gar nicht mehr verlangt, als dass eben dieses brav sein Futter ausfrisst, ohne sie umzurennen, denn dann darf es ja schon wieder zu seinen Kumpels. Und voilà - man habe den Salat.
Der Salat: ein hypernervöses Pferd, ein total entnervter Zweibeiner und zwei völlig gegensätzliche Wahrnehmungen.

Allerdings habe ich das große Glück (hust), ein wundervoll stures Pony an meiner Seite zu haben, der eben nicht von seiner Meinung abweicht, bis ich erkenne, was schief läuft.
Klein beigeben können die anderen!

Nun gut, und was ist das Problem?
Meine Erwartungshaltung hat uns die Kommunikation blockiert. Es hat ihm nicht den Raum gelassen, mir mitteilen zu dürfen, dass es da drüben eben etwas gruselig findet - und dementsprechend "schrie" er mich eben an.
Denn ab dem Tag, an dem ich entspannt in den Stall gekommen bin, ohne Erwartungen, fand ich ein sehr ruhiges Pferd vor, der mit zwar mitteilte, wann er wieder das Windmonster gesehen hatte, aber dem ich helfen könnte durch klare Kommunikation und einem Plan - der eben nur nicht gewünschter Plan A meiner sonstigen Erwartungen war.
Und anstatt emotional zu werden, weil er nicht meinen Erwartungen entspricht, konnte ich ihm ganz konstruktiv helfen.
Statt einfach nur Fressen zu gehen, sind wir die Windmonster eben anschauen gegangen ;-)
Pony glücklich ("Ich bin der Größte, ich hab die Monster besiegt"),
Mensch glücklich ("Juhu, ich habe ihm helfen können sich wieder zu entspannen"),
Salat "entsalatet".
So soll das sein, anders kann es ja auch einfach nicht gut gehen.