Mittwoch, 15. Juni 2016

Projekt Hufbock und ein großes Danke, dass es dich gibt!

"Der Freund ist einer, der alles von dir weiß, und dich trotzdem liebt." (Elbert Hubbard)

Alles von einem wissen... das klingt schon etwas gruselig, oder?
Ich bin eine eher in mich gekehrte, introvertierte Person und dementsprechend fällt es mir manchmal schwer, mich anderen zu öffnen, und etwas von mir Preis zu geben.
Aber wisst ihr was? Wenn man es bei der richtigen Person tun darf und kann, ist es umso schöner.




Letzte Woche war Tivos Hufbearbeiterin da, die auch schon Natos Hufe gemacht hatte und die ich durch meine beste Freundin überhaupt kennen gelernt habe. Leider gab es letztes Jahr einen Unfall, da Tivo auf den Hufbock gestiegen ist und sie mit dem anderen Huf am Kopf erwischt hat. Es ist zum Glück nicht mehr als eine Platzwunde passiert, aber ich hätte sehr gerne darauf verzichtet (sie sehr vermutlich auch). Seitdem habe ich richtig Bammel davor gehabt, Tivos Hufe auf den Hufbock legen zu lassen. Also habe ich die Hufbearbeiterin gebeten, dies erst einmal nicht mehr zu tun und mir vorgenommen, es selbst zu üben.
Gut, der Plan war da, die Ausführung ließ etwas zu wünschen übrig. Ich war so immer in dem Gedanken gehangen, Tivo ja nicht überfordern zu wollen, dass ich ihm im wahrsten Sinne des Wortes auch nichts zugetraut habe. Und mir sowieso nicht. Die Male, die ich mit Tivo selbst geübt habe, haben aber (erstaunlich) gut funktioniert.
Dennoch: Ich war unfähig, da ich mehr als nur einen Knoten im Kopf hatte (und habe) und es ist nicht leicht, über die eigene Unfähigkeit zu reden. Das will eigentlich niemand hören. Alle wollen gerne hören, wie gut alles funktioniert und wie toll man etwas gemacht hat. Aber das man etwas nicht kann, vielleicht einfach nur gerade nicht schafft, das will niemand hören.
Darüber hinaus ist es auch schwierig, auf Erzählungen über Unfähigkeit zu reagieren. Darf man ehrlich sein? Darf man Kritik ausüben?
JA DARF MAN!

Ich habe vor ein paar Wochen schon mit meiner besten Freundin darüber geredet und sie sagte mir offen und ehrlich, dass ich mich anstelle und irrational handle. Wenn ich Tivo den Huf kurz auf den Hufbock legen kann ohne Theater und ohne, dass er drauf steigt, kann das die Hufbearbeiterin auch.
Letzte Woche, als sie da war, war ich mir noch total unsicher und hatte eigentlich wieder Bammel, auch, da ich vor dem Huftermin noch mit Tivo in der Halle war und es kopfmäßig viel für ihn war. Dennoch habe ich ihr von dem Gespräch erzählt, und sie bat sofort an, es heute einfach zu probieren.
Es war nichts. Tivo hat etwas gehampelt, wie er das fast immer tut, aber kein Draufsteigen, kein sonstiges Steigen, und nur ein wenig Geschnappe am Maul.
Wie Recht meine beste Freundin doch hatte.

Was sagt mir das? Das ich meinen Pflichten nicht richtig hinterhergekommen bin und ich ganz dringend eine Kurskorrektur brauchte. Und dafür sind gute Freunde so wichtig.
Meistens sind sie diejenigen, die einen so guten Draht zu uns haben, dass sie auch Kritik wohlwollend anbringen können, ohne dass man sich hinterher klein und noch unfähiger fühlt, als man es eh schon tut.

Ich bin froh, dass ich meine beste Freundin habe und wirklich weiß, dass ich ihr alles erzählen kann. Selbst meine irrationalsten Gedanken und Ängste. Sie weiß das zu verstehen und damit umzugehen. Sie weiß, mir einen Weg zu zeigen, mich zu inspirieren und mir Mut zu machen.

An meine Beste:
Ich bin froh, dass es dich gibt und du Teil meines Lebens bist. Wie du auch mir schon einmal sagtest: "Ohne dich bin ich nur halb".
Danke für deinen Mut, deine Ideen und deine Ehrlichkeit ❦


P.S.: Mir ist letztlich ein absolutes Licht aufgegangen. Seit Natos Tod war Angst der Herr meines Kopfes. Wie auch Tania bei "Wege zum Pferd" beschreibt, hing ich fest zwischen vielen destruktiven Gedanken und Sorgen. Ein ganz persönlicher Blogpost hierzu wird demnächst folgen, aber erstmal muss ich mir meiner eigenen Gedanken ganz bewusst werden und etwas sortieren. Stay tuned!