Sonntag, 19. April 2015

B wie Bürste, aber auch Beziehungspflege. Lektion Nr. 1, gelehrt vonTivo.

Tag 2.
Tivo vom Paddock holen? Check. 
Tivo an den Putzplatz bringen? Check.
Tivo still stehen lassen und richtig hinstellen lassen? Check. 

Aber Tivo in Ruhe putzen und auch die Hufe auskratzen? No way. 

Und warum? 

Auf der Heimfahrt war es mir dann absolut klar. 
Ja ich weiß, die Stallkollegen freuen sich über den Zuwachs mindestens genauso wie ich. Und sie wollen das neue Pferd auch begutachten und Hallo sagen. Aber eigentlich gibt es da eine Grenze. Und die ist erreicht, wenn Besitzer mit ihren Pferden arbeiten. Und Arbeit ist nunmal auch Putzen. Putzen schafft die Basis. Ich habe diesen Spruch ("B wie Bürste, aber auch Beziehungspflege") mal in irgendweinem Pferdebuch für Kinder gelesen - und er trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist Vertrauensarbeit, da das Pferd Berührungen dulden muss. Es ist Desensibilitätstraining - spätenstens im Sommer mit Fliegenspray :)
Man muss konsequent sein im Umgang mit dem Pferd und meiner Meinung nach ist das Sicherste und Einfachste, dies am Putzplatz zu üben. 
So jetzt zu heute. 
Tivo ist ein Traumpferd. Er kennt das Halfter seit gut 2 Wochen, ebenso wie angebunden sein und Hufe geben. Dementrechend und gerad eauch da wir uns noch nciht kennne, brauchen wir Ruhe beim Putzen. Wir müssen uns aufeinander konzentrieren - und brauchen keine (sehr liebe, aber gesprächige) Stallkollegin neben uns. So weiß Tivo ja auch überhaupt nicht mehr, auf wen er hören soll, besonders wenn sie ihn auch ständig lobt. Das ist mein Job. Und auch Hufe geben ist für ein Jungpferd nicht leicht. Die haben einfach noch kein Gleichgewicht. Macht mal den Test zuhause: stellt euch hüftbreit hin und bewegt den Kopf deutlich nach links und nach rechts. Bleibt ihr im Gleichgewicht oder verschiebt sich das leicht? Kann man dann noch einen Huf heben? 
Nein, kann man nicht. 
Leider habe ich mich aus Höflichkeit und da es sowieso meine Art ist, nicht getraut, sie zu bitten uns die Ruhe zu schenken. 
Daher: das ist meine allererste Lektion von dem Traumpony. Mach den Mund auf und sorge für eine Atmosphäre, in der wir uns fokussieren und konzentrieren können, sowie aufnahmefähig sind.