Samstag, 14. März 2015

Trauerarbeit. Oder: Wie geht es weiter?

Da ist er hin, der Teil des Selbst. 

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, von vielen Blättern eines, dies eine Blatt, man merkt es kaum, denn eines ist ja keines. Doch dieses Blatt allein, war Teil von unserem Leben, drum wird dies Blatt allein, uns immer wieder fehlen. (Rainer Maria Rilke)

Wie gehen wir damit um? 

Eins steht fest: Jeder trauert anders. Die einen brauchen Jahre, um damit fertig zu werden und je wieder einen Stall zu betreten, die anderen schaffen es nicht ohne und suchen sofort nach einem neuen Kumpel. Doch egal wie, man sollte es zulassen. Wahre Stärke ist, die schwachen Momente auch zuzulassen. Zu erkennen, was man braucht. Wir müssen nicht sofort mit erhobenem Haupt durch die Welt schreiten. Uns fehlt ein wichtiger Teil unserer Seele. Das darf man auch sehen. Mir hat es geholfen Bilder anzusehen. Eine kleine Andacht abzuhalten. Eine Kerze anzuzünden. Ich denke gerne an die vergangene Zeit zurück, auch wenn die fehlende Zukunft schmerzt. 

Auch für unsere Mitmenschen ist das eine harte Zeit, denn sie wissen oft nicht, wie sie damit umgehen sollen. Ich fühle mich privilegiert, dass ich so wunderbar und mit meinem besten Lehrmeister aufwachsen durfte. Ich weiß, dass das viele nicht verstehen. Ich hoffe nur, dass ich ihnen so wichtig bin, dass sie es zumindest wissen. Wissen, wie wichtig mir mein Nato war. Und wie sehr es weh tut. Und dass ich nicht fröhlich sein möchte oder stark. Mir fehlt ein Teil von mir. Für immer. 

Aber ich weiß auch, dass ich einen freien Posten in meinem Leben habe, den ich nur allzu gerne abgebe. Wen werde ich die nächsten 20 Jahre begleiten dürfen? Wem darf ich meine Liebe schenken? Wer lehrt mich jetzt? Auch das ist eine wunderbare Erkenntnis und die gehört gefördert, wenn nicht wenigstens akzeptiert. 

Darüber hinaus bedeutet Stall für mich auch Leben. Im Stall ist man nie alleine und dort findet sich immer neues Leben. In jeder Ecke raschelt es im Stroh, Kinder quieken vergnügt und Pferde schnauben zufrieden. Ich will das nicht missen. 

Ich für meinen Teil werde berichten, welcher wunderbarer Vierbeiner es in mein Leben geschafft hat und was ich alles von ihm lerne.